Rothenburg ob der Tauber – Mittelalterliches Juwel an der Romantischen Straße
Rothenburg ob der Tauber ist ein Stück Mittelalter, das in unsere moderne Zeit hereinragt. Mit seinen wehrhaften Stadtmauern, gepflasterten Altstadtgassen und farbenfrohen Fachwerkhäusern gehört es zu den best erhaltenen mittelalterlichen Städtchen Deutschlands. Die Stadt liegt malerisch an der Romantischen Straße – einer der beliebtesten Ferienstraßen Deutschlands – und zieht Besucher aus aller Welt an. Egal ob geschichtlich interessiert oder einfach nur auf der Suche nach mittelalterlichem Flair: Rothenburg begeistert jeden Besucher.
Die kompletten Stadtmauern – Ein Erlebnis für sich
Das Besondere an Rothenburg ist seine intakte Befestigungsanlage. Nirgends in Deutschland findet man eine so vollständig erhaltene und begehbare Stadtmauer wie hier. Der Turmweg, wie die Runde um die Stadt auch genannt wird, ist etwa 2,5 Kilometer lang und führt über 40 Türme. Das Beste: Der Rundgang ist kostenlos und eines der eindrucksvollsten Erlebnisse, das Rothenburg zu bieten hat.
Während man auf der Mauer spaziert, eröffnet sich Schritt für Schritt ein wechselvolles Panorama: auf der einen Seite die mittelalterlichen Dächer der Altstadtgassen, auf der anderen Seite die grünen Hügel und Täler Frankens, besonders herrlich der Blick auf das Tauber-Tal. Die Wanderung dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden und lässt sich wunderbar mit anderen Sehenswürdigkeiten kombinieren.
Unser Tipp: Plant den Mauerrundgang am besten früh am Morgen oder gegen Sonnenuntergang. Zu diesen Zeiten ist es weniger voll und die Lichtverhältnisse sind wunderbar für Fotos. Besonders beim Sonnenuntergang erstrahlen die Fachwerkhäuser in warmem Licht.
Das Plönlein – Deutschlands fotogenste Straßenecke
Es gibt wohl kaum eine Ecke in Deutschland, die so oft fotografiert wird wie das Plönlein – eine kleine, enge Gasse mit Fachwerkhäusern, die sich pittoresk in Kurven hinunter zum Tauber-Tal windet. Die Aussicht vom Plönlein auf die Doppelturm-Siluette der Stadt gehört zu den Klassikermotiven der deutschen Tourismusfotografie.
Der Name „Plönlein" bedeutet „kleiner Plan" oder „kleine Fläche" – tatsächlich findet man hier einen winzigen Platz an einer Gabelung. Besonders in den frühen Morgenstunden oder bei Regen bekommen Fotografen hier ihre besten Aufnahmen. Wer es ruhiger mag, sollte die mittags überfüllte Zeit meiden.
Die Sehenswürdigkeiten Rothenburgs
Die Ratstrinkstube mit der Meistertrunk-Uhr
Das Rathaus mit seiner beeindruckenden Renaissance-Fassade prägt den Marktplatz Rothenburgs. Im Inneren verbirgt sich eine der berühmtesten Uhren Deutschlands: Die Meistertrunk-Uhr. Stündlich (zwischen 11 und 22 Uhr) öffnen sich kleine Figürchen und spielen das „Meistertrunk"-Szenario durch – eine lebendige Erinnerung an die Legende des Bürgermeisters, der die Stadt 1631 durch einen Trinkwettbewerb vor der Plünderung durch die Schweden bewahrt haben soll.
Das Kriminalmuseum
Das Deutsche Kriminalmuseum zeigt die dunkle Seite der Mittelalter-Romantik. In den Räumen eines alten Fachwerkhauses sind Originalinstrumente, Dokumente und Gerichtsprotokolle aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit ausgestellt. Von grausamen Hinrichtungsmethoden bis zu bizarren Rechtsstreitigkeiten – das Museum gewährt ungeschönte Einblicke in die Justizgeschichte. Nicht für jedermann, aber faszinierend und informativ.
Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf
Nur wenige Orte verbinden Geschäftssinn so gekonnt mit Fantasie wie Käthe Wohlfahrts berühmtes Christmas Village – ein ganzjähriges Weihnachtswunderland mitten in Rothenburg. Wer sich schon immer nach Weihnachtsschmuck, Spielzeug und Dekoration gesehnt hat, findet hier ein Aladins-Höhle für alle Gelegenheiten. Das Ambiente ist kitschig, aber auf eine charmante Weise.
Der Burggarten
Für eine kurze Auszeit inmitten der Altstadtkuriositäten empfiehlt sich der Burggarten. Dieser kleine, verschwiegene Garten erstreckt sich an der Stelle der abgerissenen Burganlage und bietet herrliche Ausblicke auf die grünen Täler der Umgebung – eine ruhige Oase zwischen Fachwerkhäusern und Touristengruppen.
Der Nachtwächter – Ein Stück lebendige Geschichte
Wer Rothenburg wirklich erleben möchte, sollte die berühmte Nachtwächter-Führung mitnehmens. Der Nachtwächter, in historischer Gewandung und mit historischen Geschichten auf Lager, führt Besucher durch dunkle Gässchen und erzählt von Hinrichtungen, Hexenverfolgungen und Straßenräubern – alles dramatisch und unterhaltsam inszeniert. Die Führung ist ebenso informativ wie spannend und wird in englischer und deutscher Sprache angeboten.
Praktische Informationen
Auf einen Blick
| Adresse | Marktplatz, 91541 Rothenburg ob der Tauber |
| Öffnungszeiten | Altstadtfrei zugänglich. Museen: meist 9:30–17:30 Uhr (variiert je nach Jahreszeit) |
| Eintritt | Altstadtzugang kostenlos. Einzelmuseen: 4–6 €. Jahreskarte Kriminalmuseum: 8 € |
| Parken | Außerhalb der Mauern mehrere Parkhäuser (z.B. Parkhaus P1, ca. 2,50 € pro Stunde). Empfohlen! |
| Anfahrt | A7 Ausfahrt Rothenburg, dann B25 Richtung Tauberbischofsheim. Gut ausgeschildert. |
| Mauerrundgang | Turmweg: 2,5 km, kostenlos, ca. 1,5–2 Stunden, frei zugänglich |
| Nachtwächter-Tour | Täglich 20:00 Uhr (Sommer), 19:00 Uhr (Winter). Dauer: ca. 60 Minuten. Anmeldung empfohlen. |
| Für Familien | Altstadtspaziergänge kinderfreundlich, Kriminalmuseum ab 10 Jahren empfohlen |
Die beste Reisezeit
Rothenburg ist ganzjährig einen Besuch wert. Im Frühling (April bis Mai) erstrahlt die Stadt in zartem Grün und Blüten – herrlich für Spaziergänge. Der Sommer (Juni bis August) bringt die größten Besuchermengen, dafür sind aber alle Sehenswürdigkeiten und Restaurants geöffnet. Der Herbst (September bis Oktober) ist mild und herrlich – oft wird es weniger voll. Der Winter (Dezember) verwandelt Rothenburg in ein Weihnachtsmärchen, besonders schön zur Zeit des Weihnachtsmarktes.
Gastro-Tipp: In den vielen Gasthöfen und Restaurants rund um den Marktplatz kommen Liebhaber fränkischer Küche voll auf ihre Kosten. Probiert die Schäufele (Schweineschulter) oder Nürnberger Rostbratwurst. Gemütlich und authentisch: die Gasthöfe in den Seitengässchen.
Anreise & Anfahrt
Rothenburg liegt an der Romantischen Straße, einer der meistbefahrenen Ferienstraßen Deutschlands. Mit dem Auto erreicht man die Stadt über die A7 (Ausfahrt Rothenburg), dann über die B25. Von München aus dauert die Fahrt etwa 2,5 Stunden, von Frankfurt aus etwa 2 Stunden. Die Stadt hat mehrere Parkhäuser außerhalb der Mauern. Wer mit dem Zug kommt, fährt am besten bis Steinach und nimmt von dort die Buslinie nach Rothenburg.